JuliaHager | 10 April, 2007 15:24
Ich habe schon immer die Flexibilitaet dieses Landes bewundert. Meine Mutter kommt aus Norddeutschland und mein Vater aus Oesterreich. Sie haben sich in der Mitte getroffen - die Mitte hier war Muenchen - und sind dann dort geblieben. Heirat, Freundeskreis, eigenes Heim, Kinder (zwei Toechter) - und eine gewisse Logik war zu entdecken. Und sie haben Muenchen nie verlassen.
Diese Geschichte faengt im Jahr 1972 an. 35 Jahre spaeter - 2007 - finde ich mich in einer Situation, in der dies alles nicht ganz so logisch erscheint. Wie entscheidet man sich, wohin man nach der Uni geht?Beruf, Familie, Freunde, Beziehung - aber welche davon haben Prioritaet?
Mir ist Europa immer als festgefahren erschienen. Man ist wo man ist und bleibt wo man ist. Hier scheint Umziehen eine Alltagsaffaire zu sein. Meine Eltern sind nur zweimal umgezogen, jedesmal um die Ecke (ihre Postleitzahl hat sich dabei nie geaendert). Ich haben in den letzten zwei Jahren in vier verschiedenen Staedten gewohnt (Houston, Muenchen, Paris, London), drei Sprachen, vier Kulturen. Mit jeder neuen Stadt, jedem Umzug wird dieses Gefuehl staerker, dieses Gefuehl des Ich-weiss-nicht-wohin-ich-gehoere...
JuliaHager | 03 April, 2007 09:49
Ich war letztes Jahr in London und hatte -- obwohl England ja auch nicht gerade Fussball-unbegeistert ist -- schon ganz vergessen, wie das ueberhaupt ist, das mit dem Fussball. Ein WM-Wochenende in Muenchen genuegte, um mir alles wieder in Erinnerung zu rufen: Freundschaften, die ueber Fussball zerbrochen, und Freundschaften, die ueber Fussball verfestigt, der Jubel, das Leid, die Spannung, das Spiel.
Die Tatsache ist: man ist nicht nur einfach Fussballfan. Man ist FC Bayern-Fan. Oder 1860 Muenchen-Fan. Einem Bayern-Fan wird ein 1860-Fan immer suspekt sein, egal, ob die beiden Vereine nun in derselben Liga spielen oder nicht. Ein Verein wird einem in die Wiege gelegt oder auf anderen Wegen vererbt. Bei mir war es mein Vater, der seine Samstag-Nachmittage immer der Sportschau widmete. Ich besitze saemtliche Trikots und eine Auswahl an Fahnen und Schals, die bis heute, obwohl inzwischen ungebraucht, von meiner Mutter regelmaessig gewaschen werden.
Hier in Houston verfolge ich die Bundesliga nur am Rande. Mir fehlt die Spannung, die Begeisterung. Ob jetzt nun Beckham nach Los Angeles wechselt oder nicht spielt fuer mich keine Rolle. Ich werde meinem Verein treu bleiben und meinem Verein allein.JuliaHager | 13 February, 2007 10:22
JuliaHager | 13 February, 2007 10:02
Wie letzte Woche versprochen verrate ich Euch diese Woche das Rezept für Spätzle. Spätzle ist eine schwäbische Spezialität, die seit dem 18. Jahrhundert entweder in länglicher Form oder als "Knöpfle" (schwäbisch für "buttons") serviert wird, was wiederum von der Produktionsweise abhängt. Küchenfachgeschäfte haben spezielle Spätzlehobel im Angebot, mit denen der Teig ins Wasser gehobelt wird; als Alternative kann man den Teig auch über ein Küchenbrett schaben. Dieser Weise werden wir uns bedienen.
REZEPT
Aus 500g Mehl, 6 Eiern und einem Teelöffel Salz einen geschmeidigen aber zähen Teig mischen und diesen eine halbe Stunde an der Luft ruhen lassen. In einem großen Topf wird Wasser und ein bißchen Salz zum Kochen gebracht. Ein wenig Teig auf ein Schneidebrett geben und es mit der stumpfen Seite eines Messers in fingerkuppengroßen Portionen ins Wasser schaben. Sobald die Spätzle an der Wasseroberfläche schwimmen, sind sie gar und werden mit einer Schaumkelle in eine separate Schüssel gehoben. Diesen Vorgang wiederholen, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.
Mit dem Rindergulasch servieren - guten Appetit!
JuliaHager | 06 February, 2007 09:24
Das Wetter hier
ist ja in den letzten Wochen ziemlich mies gewesen; ich muss zugeben, dass das Überzeugung
genug ist, um einfach einmal zuhause zu bleiben. Endlich ausreichend Zeit zum
lesen, schlafen, faulenzen – und kochen.
Im Winter, wenn
es draussen so richtig kalt ist, wird in meiner Familie abends oft
Rindergulasch gekocht. Die wunderbaren Düfte ziehen schon lange bevor man sich
zu Tisch setzt durch das ganze Haus und steigern die Vorfreude auf das was
kommt. Zwar braucht dieses Gericht Zeit, aber dafür ist es ganz einfach
vorzubereiten!
REZEPT
600g mageres
Rindfleisch in Würfel schneiden und in heissen Sonnenblumenöl kurz anbraten. 3 grosse
Zwiebeln ebenfalls in Würfel schneiden und zum Fleisch geben (Keine Angst, sie
verkochen und bilden die Sossengrundlage!). Alles salzen und die Hitze verringern.
Wenn der Bratensaft, der sich bildet, verkocht ist, Paprikapulver – nicht zu
knappt, alles sollte eine rötlich-braune Farbe haben – und ¾ l Rinderbrühe
hinzufügen, dabei darauf achten, dass das Fleisch bedeckt ist. Etwa 90 min. langsam
köcheln lassen, das Fleisch zart ist. 100g Sahne untermischen und mit
Paprikapulver, Salz und Knoblauch würzen. Eventuell etwas Sossenbinder
untermischen, um die Sosse dickflüssig zu machen. Dazu ißt man am besten Nudeln
oder Spätzle – wie die gemacht werden verrate ich Euch das nächste Mal.
JuliaHager | 23 January, 2007 09:35
Topfen = österreichisch für Quark
Palatschinken = österreichisch für Pfannkuchen
REZEPT
50g Mehl, 1 Prise Salz, 1/8 L Milch, 25g Zucker und 2 Eier zu einem glatten Teig verrühren, und in einer Pfanne mit ein bisschen Butter dünne Pfannkuchen goldgelb backen.
Fuer die Füllung 250g Quark (in einem Tuch ausdrücken, sonst wird die Mischung zu flüssig!) mit 30g Zucker, ein bißchen feingeriebener Zitronenschale (am besten frisch), 1 Teelöffel Vanilleextrakt, einer Prise Salz und 30g Rosinen mischen. Dies wird in die Pfannkuchen eingerollt und die Pfannkuchen nebeneinander in eine ofenfeste Schale gelegt.
100g Sahne mit einem Ei und 20g Puderzucker verrühren und gleichmässig ueber die Topfenpalatschinken verteilen. Bei 400°F ca. 15 Minuten in der Mitte des Ofens backen und heiß servieren.
JuliaHager | 18 January, 2007 10:23
- An alle Gourmets -
Vielleicht habe ich in der letzten Zeit zuviele Stunden vor dem Food Network verbracht, aber ich finde, dass es an der Zeit ist, zu sammeln und auszutauschen und loszukochen.
Rezepte, Restaurantreviews, Einkaufstips - alles ist willkommen! (Meine Großmutter freut sich auch schon riesig, ihren Beitrag leisten zu koennen.) Bei allem wünsche ich natürlich Gutes Gelingen und - keine Frage - Guten Appetit!
HannahBlakeley | 04 October, 2006 15:19
langtech | 19 September, 2006 15:35
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